Nachrichten zum Thema Bezirk

13.03.2013 in Bezirk

Protokoll der letzten Sitzung der Bürgerwerkstatt zum Mauerpark

 

Die Bürgerwerkstatt traf sich wieder am 19.3. um über das geplante Bauvorhaben der Groth Gruppe am nördlichen Ende des Parks zu sprechen. Hierbei einigten sich die Beteiligten, Initiatoren und Bürger der Werkstatt, dass die Bebauung zu nah an den südlich angrenzenden Park und damit auch an die Jugendfarm Moritzfarm rückt. Die geplanten Mieten sind nicht mit der geforderten sozialen Durchmischung vereinbar und durch die von Prenzlberger Seite geplanten wenigen Durchfahrten lassen das Wohnquartier wie eine “Gated Community” wirken.
Die Bürgerwerkstatt wird deshalb weitere Proteste ankündigen.

Bild von der Groth Gruppe. Entnommen aus: http://www.mauerpark.info/

23.02.2013 in Bezirk

Chancengleichheit erhalten wir nicht nur durch Kopfnicken

 

Die AfB-Mitte und die 17. Abteilung vor Ort in der Ernst-Reuter-Sekundarschule

Immer wieder erfahren wir durch Vergleichstudien wie PISA, IGLU und Vera und durch Berichte wie der Chancenspiegel der Bertelsmann Stiftung die bittere Wahrheit: In Deutschland ist der Bildungserfolg zu sehr von der Herkunft und vom sozialen Status abhängig. Jeder, der diesen Satz hört, nickt zustimmend. Im internationalen Vergleich schneiden wir in Sachen Bildung als Exportriese und eine der weltgrößten Volkswirtschaften miserabel ab. Da wundert man sich, dass man am 26.2.13, 13 Jahre nach der ersten PISA-Studie, während einer Veranstaltung der AfB-Mitte und der 17.Abteilung der SPD Berlin-Mitte, in einer Schule steht, in der die Fenster marode sind, wo Wasser teilweise durch die Decke läuft und an der die Lehrkräfte bis zur Erschöpfung arbeiten.

Die Ernst-Reuter-Sekundarschule ist eine Schule in schwieriger Lage, bildungspolitisch „Brennpunktschule“ genannt. Über 95% der Kinder haben einen Migrationshintergrund und die meisten von ihnen kommen aus sozial benachteiligten Familien. Der Notendurchschnitt liegt bei 3 und 4. Unterstützung erfahren die Lehrkräfte von den Eltern kaum. Selbst die Schüler/-innen kommen hier selten zum Lernen her, sondern eher, weil sie hier Freunde treffen. Fast allen Schüler/-innen fehlt es an Motivation und Perspektive. Da steht man in einer Schule, wo sich alle einig sind, dass das Plädoyer der Lehrkräfte – ein Plädoyer für kleinere Klassen, mehr Personal, mehr Unterstützung vom Bezirk und vom Land – endlich umgesetzt wird. Zuletzt erfolgte Reformen sind ein kleiner Anfang. Aber sie ergreifen oft nicht die Probleme im Kern. Hier reicht kein zustimmendes Kopfnicken. Hier braucht es ein Handeln. Handeln für die Kinder einer Schule, die nur vier Kilometer vom Regierungsviertel entfernt ist.

Janine Wolter

01.02.2013 in Bezirk

Wer bewegt sich wo im Brunnenviertel?

 

Nachbarn und Akteure aus dem Kiez haben sich am Mittwoch (13.2.) mit Bewegungsangeboten im Brunnenviertel beschäftigt. Der Verein bwgt, Träger des Projektes „Brunnenviertel bewegt – selbstbewusst & draußen“, hatte zu einem Workshop in die Vineta-Grundschule eingeladen. Gleichzeitig wurden die Ergebnisse einer aktivierenden Befragung vorgestellt. Befragungsergebnisse

Zum Auftakt des Workshops präsentierte das Team vom Verein bwgt die Ergebnisse ihrer Befragung im Brunnenviertel. Zwischen Oktober 2012 und Januar 2013 sind 84 Bewohner zwischen sechs und 82 Jahre zu bestehenden Bewegungsangeboten und Wunschangeboten sowie zu ungenutzten beziehungsweise fehlenden Bewegungsflächen befragt worden. Am Vinetaplatz und am Gartenplatz starteten die Touren durch das Viertel. „Wir sind mit den Fragebögen durch die Straße gezogen, um die Bewohner zu treffen, denn die sind die Experten für diesen Kiez“, erklärte Carsten Ehlert die Methode. Das Ziel war, mit den Bewohnern ins Gespräch zu kommen, Ideen und Wünsche heraus zu hören und die Bewohner nach Möglichkeit auch zu motivieren, selbst Bewegungsangebote zu starten. „Das Interesse war grundsätzlich da. Mitmachen würde viele. Selbst als Initiator aktiv zu werden, ist oft jedoch schwierig. Die Bewohner haben keine Zeit oder wollen die Verantwortung für regelmäßige Angebote nicht tragen“.

Ein Ergebnis der Befragung ist, dass viele Menschen eher außerhalb des Brunnenviertels aufhalten und dort Bewegungsangebote nutzen. Im Viertel werden vor allem die Innenhöfe der degewo, der Vinetaplatz und die Sportplätze genutzt. Dazu passt, dass immer wieder der Wunsch nach einer Öffnung der Sportplätze gewünscht wird. Die Kinder jedoch, so ein weiteres Ergebnis, stört es wenig, dass die Plätze abgeschlossen und nicht öffentlich zugänglich sind. „Sie klettern einfach über den Zaun“, erläutert Britta Puschmann. Die älteren Befragten wünschten sich aber doch eher eine offizielle Öffnung der Flächen und vorhandenen Räume für den Sport.

Ein Problem, das immer wieder auftauchte war die fehlende Information über Bewegungsangebote. So haben die Befragten neben zusätzlichen Sportangeboten wie Eishockey, Boxen, Hip Hop-Tanz für Mädchen, Ballett, Mutter-Kind-Angebote und Gesundheitssport auch ein Informationsportal für Bewegungsangebote angeregt. Auch eine Fußballhalle oder Kunstrasenplätze im Freien stehen auf der Wunschliste.

Im Workshop entwickelten die Teilnehmer in zwei Arbeitsgruppen Ideen zur Umsetzung der Wünsche aus den Befragungen. Unter anderem ging es um die Schaffung von Rundwegen mit Bewegungsangeboten, neue sportliche Aktionen und die bessere Bekanntmachung der Angebote oder gar einen Koordinator für Bewegungsangebote. Der Verein bwgt wird die Ergebnisse der Befragung und des Workshops als Grundlage für die weitere Arbeit nehmen. Das Projekt wird aus dem Quartiersfonds 3 des Programms „Soziale Stadt“ gefördert, in den nunmehr zwei verbleibenden Jahren hat das Team Zeit, das Brunnenviertel zu einem bewegteren Ort zu machen.

Foto: D. Hensel (Kiezreporterin im Brunnenviertel)

aus: http://www.brunnenviertel-brunnenstrasse.de/Nachricht.aktuell0+M5b15a994304.0.html (23.2.13)

01.01.2013 in Bezirk

Bürgerwerkstatt Mauerpark

 

Gestern, am 31. Januar 2013, fand in der Ernst-Reuter-Schule im Brunnenviertel eine Infoveranstaltung zur Bürgerwerkstatt statt, zu der GrünBerlin geladen hatte.
Ziel war es, in einer offenen Diskussionsrunde zwischen Initiatoren, Politikern und Bürgern einen Informationsausstausch stattfinden zu lassen, der auch über die möglichen Bürgerbeteilungen zur Umgestaltung des Mauerparks berichtete.

Wer sich an der weiteren Planung des Grünstreifens (nicht der geplanten Bebauung im Norden) beteiligen möchte, kann sich gerne auf der Seite der Bürgerwerkstatt oder auf kieze-im-dialog.de informieren.

Die Bürgerwerkstatt kämpft nun weiter für die Fertigstellung eines vergrößerten Mauerparks. Sie wird nun verstärkt alternative Wege der Mauerpark-Fertigstellung in ihre Überlegungen einbeziehen, dies unter Beteiligung weiterer Verhandlungspartner und ohne den Senat aus seiner Mitverantwortung zu entlassen.

Die Grünflächenplanung auf der Grundlage des Entwurfs von Prof. Lange ist weit fortgeschritten. Die Bürgerwerkstatt wird zusammen mit der Grün-Berlin GmbH und Prof. Lange weiter an der Erstellung einer auch für Anwohner beiderseits des Mauerparks akzeptablen Freiraumplanung arbeiten. Eine solche Blaupause zur Fertigstellung des Mauerparks kann dann Grundlage öffentlicher Diskussion und politischer Entscheidungen sein.

(www.mauerparkinfo.de)

 

24.12.2012 in Bezirk

Symbolische Eröffnung des Mauerparks

 

Am 12. Dezember 2012 war es soweit: der neue Zugang zum Mauerpark von der Seite des Brunnenviertels wurde symbolisch eröffnet.

Nach zwanzig Jahren Kampf um eine Erweiterung des Parks zwischen Bernauerstraße und Gleimtunnel auf Weddinger Seite ist es so weit: Politik auf Landes- und Bezirksebene, Allianzstiftung und der Flächeneigentümer CA Immo AG sind bereit, ohne jegliche Bebauung die Erweiterung des Parks um 5 Hektar zu ermöglichen.Dazu kommen als Pacht 2 Hektar Nutzung für Flohmarkt und die Mauerparkgastronomie.

Es ist dies Anlass zu großer Freude! Und eine Ernüchterung ist es gleichermaßen! Freuen sollten wir uns , ganz besonders die Menschen im Brunnenviertel, dass es von Weddinger Seite einen freien Zugang zum Mauerpark geben wird, dass neben dem bekannten Eventpark auf Pankower Seite eine Ergänzung um einen den Anwohnern dienenden Parkteil kommen kann. Wichtig ist auch, dass interessierte Bürgerinnen und Bürger in der “Bürgerwerkstatt” einen Ort finden, um eigene Ideen und schrittweise eigenes Handeln in die Parkgestaltung einzubringen. Die GrünBerlin GmbH ist dabei Träger der Grünflächenentwicklung in Zusammenarbeit mit Prof. G. Lange

Ernüchternd ist, dass die Parkerweiterung einen hohen Preis hat: als finanzielle Zusagen des Landes an die Ca Immo und städtebaulich, weil eine zu massive Bebauung im Norden nicht verträglich ist mit dem “Grünen Band” und nicht mit dem Bewegungsraum, den Mensch und Tier der Jugendfarm Moritzhof brauchen. Verkehrliche und infrastrukturelle Folgen einer Wohnsiedlung mit 600 Einheiten sind ungeklärt. Bürgerinnen und Bürger sollten also weiter dafür kämpfen, dass eine sozial verträgliche Bebauung nur dann akzeptabel sein kann, wenn sie zu anderen ökologischen und sozialen Anforderungen vor Ort passt!

 

Quelle: http://www.kieze-im-dialog.de/